Wie Vorwerk seine IT transformiert hat

Was passiert, wenn die IT-Abteilung im eigenen Unternehmen vor allem als Kostentreiber gilt – intransparent, wenig vertrauenswürdig, weit weg vom Business? Für viele Unternehmen ist das keine Hypothese, sondern gelebte Realität. Und die naheliegende Antwort lautet meist: neue Technologien einführen, Prozesse optimieren, Systeme modernisieren.
Jörg Kohlenz, Group CIO beim Wuppertaler Traditionsunternehmen Vorwerk, hat einen anderen Weg gewählt. Als er 2022 zu Vorwerk wechselte – bekannt durch Thermomix und Kobold – fand er eine IT vor, die intern als „Trutzburg und Kostentreiber“ wahrgenommen wurde: isolierte Entscheidungsprozesse, unklare Verantwortlichkeiten, mangelndes Vertrauen auf beiden Seiten. Seine Diagnose war eindeutig: Das Problem war kein technisches – es war ein Führungs- und Kulturproblem.
Im Herbst 2022 startete Jörg Kohlenz das Transformationsprogramm „Everest“. Das Ziel: die Vorwerk-IT grundlegend neu aufzustellen – nicht durch den Austausch von Systemen, sondern durch den Aufbau einer neuen Führungskultur. Dafür definierte er fünf Führungsprinzipien für seine Leadership-Teams: Walk the talk, Give and earn trust, Purpose, Autonomy und Learn continuously. Aus diesen Prinzipien entwickelte sein Team drei IT-Werte, die für alle Mitarbeitenden gelten: Value Creation, Joined Ownership und Aligned Autonomy.
Parallel dazu wurde die IT-Organisation strukturell neu ausgerichtet – in drei Bereiche entlang des Business: Direktvertrieb, Produktion und einen gemeinsamen Bereich für übergreifende Themen. IT und Business arbeiten seitdem in gemeinsamen Teams, teilen Verantwortung und treffen Entscheidungen gemeinsam – bis hin zu einem monatlichen IT-Portfolio-Board, in dem CEOs, CFOs und IT-Verantwortliche gemeinsam über Prioritäten und Budget entscheiden.
Für uns als Business Intelligence-Beratung ist dabei ein Aspekt besonders interessant: die Frage der Wertmessung. Kohlenz stellt den Anspruch, dass alles, was die IT tut, einen messbaren Wert schaffen soll – nicht primär durch Kosteneinsparungen, sondern durch echte Wertgenerierung für das Business. Das ist eine Herausforderung, die wir aus unserer täglichen Arbeit gut kennen: Wie macht man den Beitrag von Business Intelligence und Daten-Projekten für das Unternehmen sichtbar und steuerbar? Gute Daten und transparente Strukturen sind dabei eine Grundvoraussetzung – und genau daran arbeitet das Team um Jörg Kohlenz bei Vorwerk konsequent.
Die Bilanz nach rund drei Jahren kann sich sehen lassen: Die IT hat sich vom Kostentreiber zum strategischen Business-Partner entwickelt. Wie der Weg dorthin konkret aussah, welche Widerstände es gab und was andere CFOs und IT-Verantwortliche daraus lernen können – das erzählt Jörg Kohlenz in der aktuellen Episode des Performance Manager Podcasts.












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